Selbsthilfe

Unsere Selbsthilfe- und Angehörigengruppen im Saarland

Selbsthilfegruppe und Forum für Familie und Freunde von Krebskranken

Wenn ein Mensch die Diagnose Krebs erhält, betrifft das auch die Angehörigen, Familie und den Freundeskreis. Hilflosigkeit, Unsicherheit und Angst sind Emotionen, mit denen alle Betroffenen konfrontiert werden. Wie soll man sich jetzt verhalten und wie kann man helfen? Plötzlich steht man als Angehöriger vor völlig neuen Aufgaben, die einen auch schnell überfordern können. Begriffe, die vorher weit weg waren, wie ‚palliativ‘, ‚Pflegebedürftigkeit‘ oder ‚Hospiz‘, stehen plötzlich im Raum und stellen Familie und Freunde vor Fragen. Der Fokus liegt auf der erkrankten Person: es sind Arzttermine zu organisieren, Therapien durchzuführen. Die Familienmitglieder und Freunde stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück um den geliebten Menschen bestmöglich zu unterstützen. Aber das gesamte nähere Umfeld ist enormen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt, die häufig nur wenig Beachtung finden.

Im Forum für Familie und Freunde von Krebskranken ermöglicht es die Saarländische Krebsgesellschaft e.V. Betroffenen, sich zu informieren, Kontakte zu knüpfen, zu Menschen, die mit einer vergleichbaren Situation umgehen müssen und, wenn gewünscht, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Geschäftsführerin Sabine Rubai erläutert: „Die Treffen starten mit einem kurzen Impulsvortrag zu wechselnden Themen durch eine/n PsychoonkologIn der Saarländischen Krebsgesellschaft. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, sich über Probleme, Gedanken und Gefühle auszutauschen. Angehörige können hier Unterstützung finden, die veränderte Lebenssituation zu bewältigen, die eigenen Grenzen neben der Fürsorge für den Anderen nicht aus dem Auge zu verlieren und – ganz wichtig – auch aktiv etwas für sich selbst zu tun.“

Themen Impulsvortrag:

03.02.21: „Was tun, wenn alles zu viel wird?“ – Wege aus der Überforderung
03.03.21: „Was steht mir zu?“ – Kompass durch den Urwald aus Formularen
07.04.21: „Wie sag ich es meinem Kind?“ – Unterstützungsangebote für Kinder krebskranker Eltern
05.05.21: „Stress ade“ – Entspannungsmöglichkeit bei Dauerbelastung

Download:

Wann:

Jeden 1. Mittwoch im Monat von 16:30 – 18:00 Uhr.

Wo:

Derzeit trifft sich das Forum im Online-Meeting via Zoom. Wenn es wieder möglich ist: In den Beratungsräumen der Saarländischen Krebsgesellschaft  e.V., Bruchwiesenstr. 15 in 66111 Saarbrücken

Anmeldung:

Anmeldung über info@saarlaendische-krebsgesellschaft.de oder telefonisch unter 0681/30988-100

Pink Fighters Saar

Die saarländische Pink Paddler – Gruppe wurde von Seiten des Regattavereins Saar e.V in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Brustkreis Saar ins Leben gerufen. 10-16 Betroffene jeder Krebsart trainieren regelmäßig im April bis September montags um 18:30 Uhr.

Im Fokus steht die Bewegung und die psychosziale Komponente des Gruppensports.

Mehr Informationen sind auch in unten angefügtem Flyer oder unter www.pinkpaddler-saar.de zu finden.

Foto, Selbsthilfe Pink-Fighters

Stützpunkt

Du bist jung, hast Krebs und bist nicht allein… Das ist eine Einladung.

Du hörst von uns. Und zwar schnell.
Da wo du steckst, da waren wir alle. Und wir wissen genau, wie es dir geht. Weil wir alle diese Diagnose haben, die einen erst einmal komplett umhaut. Aber wir haben mittlerweile auch erfahren, dass man wieder aufstehen kann, obwohl man das nie für möglich gehalten hätte. Und ja, dass man auch wieder lachen kann. Und dass einen ein verpasster Bus genau so ärgert, wie vorher…

Unser hauptsächliches Medium ist whatsapp.
Hier tauschen wir uns aus. Hier verabreden wir, wann und wo wir uns treffen. Und wenn morgens das große, graue Tier vor dem Bett steht, dann finden wir hier Hilfe. Und zwar schnell.

Altersgrenze: 35 Jahre

Logo, Stützpunkt - Du bist jung, hast Krebs und bist nicht allein

Termine:

Immer am letzten Mittwoch im Monat, von 19-21 Uhr

Treffpunkt:

Geschäftsräume der Saarländischen Krebsgesellschaft e.V., Bruchwiesenstr. 15, 66111 Saarbrücken

Anfragen:

Anfragen über info@saarlaendische-krebsgesellschaft.de oder telefonisch unter 0681/30988-100

Angehörige berichten …

Immer am ersten Mittwoch im Monat lädt die Saarländische Krebsgesellschaft Angehörige von Krebspatientinnen und -patienten zu einem Treffen ein. Wir haben Teilnehmende befragt, wie sie die Treffen erleben. Lesen Sie hier ihre Erfahrungen:

***

Die Angehörigengruppe als „temporäre Ruheoase“

 

Frau A., 25 Jahre, Studentin; der Vater ist an Krebs erkrankt und befindet sich zum Zeitpunkt der Teilnahme am Angehörigentreff in der Chemotherapiephase.

Wie sind Sie zur Angehörigengruppe gekommen?

Durch Internetrecherche bin ich auf die Saarländische Krebsgesellschaft und das Angebot aufmerksam geworden. Ich machte einen Termin zu einem Einzelgespräch aus, fühlte mich sehr gehört und wahrgenommen und wurde von der Beraterin auch zum Angehörigentreff ermutigt und eingeladen. Ich habe zweimal teilgenommen – aus zeitlichen Gründen und letztendlich durch meinen Wegzug aus Saarbrücken leider nicht öfter.

Inwiefern fühlen Sie sich durch die Teilnahme an der Gruppe unterstützt – was tut gut? Können Sie dazu ein konkretes Beispiel nennen?

Ich kann meine aktuellen Sorgen und Ängste teilen oder einfach nur zuhören, wie andere Teilnehmende von ihren Erfahrungen berichten. Das verbindet und schafft die Gewissheit: Es ist kein Einzelschicksal, das nur mich betrifft. Es gibt Möglichkeiten, von anderen und deren Erfahrungen zu lernen. Ich habe jedes Mal das Gefühl bekommen, es ist so in Ordnung, frustriert und traurig zu sein oder auch wütend. Ich wurde gehört und verstanden.

Auch selbst anderen Stütze zu sein, in diese Rolle fiel ich auch einmal: eine neue Teilnehmerin berichtete von ihren Ängsten im Umgang mit der Krankheit ihres Mannes und fühlte sich schlecht dabei, sich einmal in der Woche noch mit ihren Freundinnen zu treffen. Ich sagte ihr, dass sie das für sich tun sollte, um Kraft zu tanken, sich selbst ernst zu nehmen. Denn dadurch kann sie auch wiederum mehr Kraft für ihren Mann haben ohne sich selbst zu verlieren.

Gibt es Belastendes durch die Teilnahme an der Gruppe?

Dadurch dass ich viele Einzelschicksale erfahren habe von den anderen, habe ich gemerkt, dass mich einige noch etwas länger beschäftigt haben und ich angefangen habe, zu vergleichen: Ist doch viel schlimmer als bei mir oder ist doch gar nicht so wild…das hat sich aber schnell wieder aufgehoben, denn überwogen hat das Gefühl der Empathie und des Teilens der eigenen Gedanken und Gefühle.

Wie würden Sie einer anderen Person beschreiben, was die Angehörigengruppe ist – womit zu rechnen ist, wenn man am Treffen teilnimmt?

Die Angehörigengruppe ist ein freiwilliges und kostenloses Angebot für den Freundes- und Familienkreis, um sich über Erfahrungen im Umgang mit Krebspatient*innen auszutauschen. Hier dürfen Frust, Wut, Trauer, Ängste in einem geschützten Rahmen mit professioneller Unterstützung durch Mitarbeitende der Saarländischen Krebsgesellschaft geteilt werden oder man darf auch einfach nur zuhören, was andere teilen wollen. Gerechnet werden muss mit viel gezeigter Menschlichkeit – Emotionen, Tränen, Lachen, etc. und berührenden Geschichten. Jede*r entscheidet selbst, ob ihm*ihr das gut tut. Es herrscht keine Verbindlichkeit zu bleiben oder sonst wie aktiv zu werden. Ich würde die Angehörigengruppe als temporäre Ruheoase beschreiben, in der zwar der Krebs des Patienten/der Patientin die Ursache ist, der Mittelpunkt aber der*die Angehörige sein darf – mit all seinen*ihren Gefühlen.

***

„Ich habe mich herzlich willkommen gefühlt!“

 

Frau Z. besuchte die Angehörigengruppe über längere Zeit. Ihr Mann lebte mehrere Jahre mit der Krebserkrankung. Es gab immer wieder gute wie auch sehr schwierige Zeiten. Sie erinnert sich:

Wie sind Sie zur Angehörigengruppe gekommen?

Wir haben als Ehepaar Beratungstermine in Anspruch genommen. Als die Situation kritisch wurde, war es für mich wichtig zusätzlich Hilfe zu bekommen. Da habe ich das Angebot zum Angehörigentreffen zu kommen angenommen.

Inwiefern fühlen Sie sich durch die Teilnahme an der Gruppe unterstützt – was tut gut? Können Sie dazu ein konkretes Beispiel nennen?

Vorher in den Beratungsgesprächen ging es konkret um die Krankheit und meinen Ehemann. Die Gespräche in der Angehörigengruppe hatten eine andere Wertigkeit. Es tat mir gut, zu wissen, dass es die Gruppe gibt. Ich habe versucht regelmäßig hinzukommen. Es war Zeit für mich. Ich fand die Atmosphäre schön. Jeder kam zu Wort. Ich hatte das Gefühl, dass wir gegenseitig voneinander profitiert haben. Wir haben Ideen ausgetauscht, Hilfestellung gegeben. Die Zugehörigkeit tat gut, das Wissen, die anderen sind im gleichen Boot. Ich kann offen sein. Die anderen verstehen mich, weil sie in einer ähnlichen Situation sind. Man kann auch mal sagen: „Ich würde am liebsten alles hinwerfen.“ oder „Wer weiß, wie lange ich das noch kann?“ Es ist einfach einfacher unter Gleichgesinnten ehrlich und offen zu sein. Da wird man nicht bewertet.

Gibt es Belastendes durch die Teilnahme an der Gruppe?

Je nachdem, welche Geschichte man hört, kann das belastend sein zum Beispiel wenn einem der Krankheitsverlauf bei jemand anderem einem Angst macht, weil man denkt, bei uns könnte es auch in so eine Richtung gehen. Oder ich war aufgewühlt, wenn ich nicht helfen kann. In solchen Fällen helfen die Beraterinnen. Sie stabilisieren, achten darauf, dass alle zu Wort kommen. Ohne die Begleitung der Beraterinnen würden die Gespräche sicherlich anders verlaufen.

Wie würden Sie einer anderen Person beschreiben, was die Angehörigengruppe ist – womit zu rechnen ist, wenn man am Treffen teilnimmt?

Es ist damit zu rechnen, dass man Menschen trifft, die auch Hilfe suchen. Die offen sind und auch gerne das, was sie bewegt, besprechen wollen.

Es ist damit zu rechnen, dass es ein geschützter Raum ist und dass man sich aufgehoben fühlt. Es passiert einem grad gar nichts. Man kann davon profitieren. Es hat mir durchweg gut getan, denn in der Verzweiflung kann man nicht klar denken. Die angenehme Atmosphäre, in der es auch mal einen Tee und Plätzchen gibt, trägt ihres dazu bei. Ich kann nur jedem dazu raten. Allein hat man´s schwerer….

 

***

Haben Sie Interesse? Dann rufen Sie einfach an: 0681 30988100 oder schreiben uns eine Mail: info@saarlaendische-krebsgesellschaft.de